15.05.2016 zu Apg 1, 8 und 2, 1-13 von Pfarrer Eric Bohn

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Zentraler Gospel-Gottesdienst der Evangelischen Pfarrei Offenheim

Pfingstsonntag (15.05.2016), 10 Uhr, Evangelische Kirche Weinheim

Predigt zu Apg 1, 8 und 2, 1-13

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! Amen.

Herr, segne unser Reden und Hören. Amen.

Que la grâce du Seigneur Jésus-Christ, l'amour de Dieu et la communion du Saint-Esprit soient avec vous tous!

Que l'Éternel bénisse notre discours et ce que nous entendons. Amen.

 

Liebe Gemeinde, was Lisa und Erik uns aus der Apostelgeschichte vorgelesen haben, das ist die Erzählung von ... - na, was haben wir in der dritten Klasse neulich in Reli besprochen? [...] Genau: Pfingsten – das Geburtstagsfest der Kirche!

Die Kirche kommt zur Welt. Und wenn die Kirche zur Welt kommt, ist das kein Ereignis für Nebenschauplätze, sondern ein Fest der Superlative, ein Mega-Event!

Das hat Gründe: Denn an Pfingsten geschieht das, was Jesus seinen Freunden bereits angekündigt hat: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein!“

Jetzt ist es so weit – für die Jünger in Jerusalem, wie für uns heute, hier in Weinheim wie auch in Offenheim, und in Erbes-Büdesheim, und ebenso in Alzey, in Paris, überall, in der ganzen Welt: Wo Menschen die Kraft des heiligen Geistes empfangen, werden sie verwandelt, werden sie zu anderen, zu neuen Menschen: Sie werden zu Zeuginnen und Zeugen Jesu Christi.

Und dabei geht es um eine ganze große Sache. Es geht um nichts Geringeres als dass wir zu Botschafterinnen und Botschaftern des Evangeliums werden, das davon erzählt, wie Gott zu uns Menschen, zu dieser Welt, zu seiner Schöpfung steht: Gott brennt für uns vor Liebe!

In der Tat: Die Pfingsterzählung erzählt von den Feuerzungen, die durch den Geist auf die Jünger herabkommen. Es sind Flammen der Liebe Gottes. Gottes Herz schlägt für eine jede und einen jeden von uns gleichermaßen stark. Für ihn sind wir unendlich wertvoll: mit allem, was wir sind und haben, mit dem, was wir und andere schön an uns finden, worauf wir stolz sind, mit unseren Gaben und Fähigkeiten, aber auch mit allem, was wir nicht sind und nicht haben, mit dem, was wir selbst und vielleicht auch andere nicht schön an uns finden, wo wir gerne anders wären, mit unseren Fehlern und Schwächen, unserem Misslingen und Versagen.

Wir dagegen schauen auf uns und auf andere Menschen aus einer anderen Perspektive: Die ist menschlich, manchmal all zu menschlich. In unseren Köpfen und im wirklichen Leben lassen wir Schranken herunter und bauen Mauern auf. Der Geist von Pfingsten hat es genau auf die abgesehen: Mit der Kraft seines heiligen Geistes will er unsere Schranken durchbrechen und die Mauern, die zwischen uns stehen einreißen. Nach seinem Willen sollen wir nicht länger in Trennungen und Konflikten, in Polaritäten und Anfeindungen leben.

Diese neue Perspektive auf uns Menschen und auf diese Welt setzt Gott beim ersten „Geburtstagsfest“ der Kirche in Jerusalem eindrucksvoll in Szene: Die Barrieren der vielen fremden Sprachen sind auf einmal überwunden, sie existieren nicht mehr. Auf einmal kann jeder jeden verstehen, egal aus welchem Land er kommt und welche Sprache er spricht.

Gottes neue Perspektive ist es, nicht länger das Trennende, sondern das Verbindende zwischen uns Menschen zu sehen – das, was uns zu einer Gemeinschaft macht: in der Gemeinde, in unserem Ort, in unserem Land, in Europa, weltweit.

Damit dürfte auch hinreichend geklärt sein, dass der Weg, den manche politischen Kräfte in Europa einschlagen – auch in Frankreich und inzwischen leider auch verstärkt in Deutschland –, nicht der Weg Gottes ist, auch wenn sie gelegentlich behaupten, dass dies zur Rettung des „christlichen Abendlandes“ geschehe: Der Weg der Nationalisten und Rechtspopulisten, wie beispielsweise dem Front National in Frankreich, der AfD in Deutschland – und was weiter rechts davon ist, ist natürlich auch gemeint, aber schon gar nicht würdig, um auf einer Kanzel erwähnt zu werden – führt in ein zerstörerisches Denken, Reden und Handeln, das die Gesellschaft in unseren beiden Ländern und in Europa in die Sackgasse führt, wie wir doch eigentlich aus der Geschichte gelernt haben müsste: ein Denken, Reden und Handeln in Gegensätzen und Ausgrenzungen wie gut und böse, schwarz und weiß, evangelisch – katholisch, Christen – Muslime, Abendland – Morgenland, Flüchtlinge – Deutsche.

Diese fatalen Kategorien menschlichen Denkens haben bereits in der Vergangenheit zu inhumanen Gesellschaften, zu Verfolgungen und Pogromen, zu Terror und Krieg geführt.

Chers frères et sœurs, chers amis de la choral „Gospel River“, la lection que les deux élèves – Lisa et Erik – ont lu et que vous trouvez sur vos feuilles en langue française, c'est l'histoire de Pentecôte. Je ne sais pas, si c'est pareil en France, mais chez nous on dit, que la Pentecôte est l'anniversaire de l'église. Si l'église celèbre son anniversiare – c' est naturellement un grand événement, une fête de superlative.

Et cela est tout à fait raisonable, si on regarde ce que Jésus a dit aux disciples quelques instants devant la première Pentecôte à Jérusalem: „Vous recrevez une puissance, celle du Saint-Esprit survenant sur vous, et vous serez mes témoins.“

Alors à Jérusalem et aujourd'hui chez nous à Weinheim, à Alzey, à Paris et dans le monde entier: Où des gens reçoivent la force du Saint-Esprit, ils sont transformés aux nouveaux gens. Ils deviennent des témoins de Jésus- Christ.

Et cela, c'est vraiement une grande chose, parce-que les témoins de Jésus-Christ sont les ambassadeurs de l'évangile. Ils racontent quel est le point de vue de Dieu, notre père, sur nous, sur le monde et sur toute la création: En allemand on peux dire que Dieu „brûle“ de l'amour, parce-qu' il nous aime.

Et voilà, l'histoire de Pentecôte raconte „des langues qui semblaient de feu et qui se séparaient les unes les autres leur apparurent; elles se posèrent sur chacun d'eux.“ Cela sont les flammes de l'amour de Dieu. Car pour lui, chacun de nous est immensement précieux: avec tous que nous avons et que nous sommes, nos qualités personnelles et nos talents, toute la beauté, ce qui nous rend fiers. Mais aussi ce que nous n'avons pas et que sommes pas, nos défauts et nos faiblesses, notre défaillance.

Nous avons l'habitude de nous regarder nous-mêmes et des autres d'une autre persepective: Dans nos têtes ils existent beaucoup des barrières et des murs. Ce sont ceux, qui Dieu veux démolir par la force de son Saint-Esprit. Selon sa volonté ils n'existent plus les divisions et séparations, les conflits, les polarité et inimitiés. Cela il met en scène de façon saissisante à Jérusalem. Les barrières des langues étrangères n'éxistent plus. La provenance n'intereste plus!

Bon – mal, noir – blanc, protestant – catholique, Chrétien – Musulman, Occident – Orient, Réfugiés – Allemands/Français... La nouvelle perspective de Dieu n'est plus ce que nous sépare, mais ce que nous uni – cela qui crée une communauté – ici dans notre paroisse, dans notre village, dans notre pays, en Europe, dans le monde entier.

Pour cela le chemin des nationalistes en France comme ici en Allemagne n'est pas le chemin de Dieu. Quelquesuns prétendent qu'ils veulent sauver „l'Occident chrétien“. Mais leur chemin est sans aucun doute une impasse, parce-que nous avons appris de l'histoire avec les deux guerres mondiales que les pensées en contrastes sont dangéreuses parce que les conséquences sont une société cruelle et à la fin c'est la terreur et la guerre.

 

„Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein!“

Liebe Gemeinde, Jesus gibt uns einen Auftrag. Er gibt uns den Auftrag, an einer Kirche zu bauen, die nicht nur auf dem Papier und mit schönen Worten als „lebendig“ bezeichnet wird, sondern dies im realen Leben tatsächlich ist: Eine offene und tolerante Kirche, eine Kirche, die Menschen freundlich willkommen heißt und in ihrem So-sein respektiert und annimmt: Menschen mit anderen Vorstellungen von Frömmigkeit und Spiritualität; Menschen anderer Konfessionen und Religionen; Menschen, die andere Vorstellungen von Partnerschaft und Familie haben und leben als diejenigen unter uns, die vor 50 Jahren geheiratet und eine Familie gegründet haben.

Durch Gottes heiligen Geist haben wir die Kraft, die wir brauchen, um echte Zeuginnen und Zeugen Jesu Christi zu sein, um an einer Kirche als einer wirklich lebendigen Gemeinschaft zu bauen, die eine Ausstrahlung – oder lassen Sie es mich so sagen: einen „evangelischen Charme“ – hat: Eine Kirche, die im Sinne des Evangeliums, im Sinne der frohen Botschaft Jesu in unsere Gesellschaft hineinwirkt.

„Von aller Angst befreit, fangen sie an laut und deutlich von Jesus Christus zu predigen.“ heißt es in der Pfingsterzählung von den ersten, die die Kraft des heiligen Geistes empfangen haben. Eine angstfreie Kirche: Eine Kirche, die frei ist von der Angst, was noch alles Schlimmes auf uns zukommen könnte, wenn noch mehr Flüchtlinge, noch mehr Muslime in unser Land kommen.

Eine angstfreie Kirche lebt in dem Vertrauen darauf, dass unsere Zukunft keine andere Zukunft ist als die, aus der Gott uns entgegen kommt. Ein Leben in Freude über dieses wunderbare Geschenk der frohen Botschaft – des Evangeliums, des Gospels – von Jesus Christus. Ein Leben, in dem wir aufeinander zugehen, einander vertrauen, miteinander eine Gemeinschaft sind – wie damals in Jerusalem. Ein Leben, in dem wir gelassen damit umgehen, wenn andere über uns spotten und uns als „naiv“ oder „weltfremd“ oder als „Gutmenschen“ bezeichnen, weil wir für eine Willkommenskultur eintreten. Schon damals in Jerusalem haben die Christen den Spott gut ertragen, als man ihnen entgegenhielt: „Die haben süßen Wein getrunken!“ Sätze wie dieser können doch gerade uns Rheinhessen doch nur ein müdes Lächeln abringen!

Vous recrevez une puissance, celle du Saint-Esprit survenant sur vous, et vous serez mes témoins.“

Comme témoins de Jésus-Christ nous avons une mission: Nous avons la mission de construire une église qui est ouverte, tolérante, qui reçoit les gens aimablement – aussi ceux qui ont une spiritualité différente, aussi ceux qui ont une autre confession chrétienne ou réligion, aussi ceux qui ont des opinions de la vie familiale qui sont différent que ceux qui ont marrié avant 50 ans.

Par son Saint-Esprit Dieu nous a donné la puissance que nous avons besoin de devenir une église vivante, une église rayonnante, une église – comme je veux dire – d'un charme vraiement évangélique; une église qui n' a pas de peur de trop d'étrangers, qui n'a pas de peur de trop des réfugiés et des Musulmans; une église qui appuye l'humanité aussi au danger qu'elle s' est moquée pour cela.

 

„Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein!“

Liebe Gemeinde, die Kraft des heiligen Geistes kommt nicht als ein laues Lüftchen daher. Die Kraft des heiligen Geistes entzündet auch nicht nur ein Teelicht. Hier geht es um Kraft, um Energie, um Power!

Die Zeuginnen und Zeugen Jesu Christi in dieser Welt sind „Feuer und Flamme“, sie „brennen“ für die Sache Jesu. Wir Christen leben nicht im Zustand einer permanenten Defensive. Wenn es um das Zeugnis für das Evangelium, den Gospel der Liebe Gottes geht, ist es unser Auftrag, auch einmal selbstbewusst in die Offensive zu gehen und klipp und klar Farbe zu bekennen: für unseren Glauben, für unser Gottes- und für unser Menschenbild. Wo das geschieht – in der Gemeinde, zu Hause in der Familie, im Gespräch am Gartenzaun, vielleicht ja auch, gar nicht weit von hier, an einem Stammtisch – da wird die Kirche lebendig, da kommt sie zur Welt und feiert Geburtstag in unserem Alltag.

Christsein ist eben keine Freizeitbeschäftigung, der man sich mal so nebenher widmet, kein Hobby zur Entspannung am Feierabend. Der Glaube nimmt den ganzen Menschen in Anspruch – komplett, mit Haut und Haaren. Dafür sorgt die Kraft des heiligen Geistes!

Die Armsheimer Künstlerin Briga Thormann, die zu meiner und des Kirchenvorstands großer Freude heute auch unter uns ist, hat das mit unserem neuen Kanzelantependium, das Sie vor mir sehen, sehr schön dargestellt: Was wir hier sehen, ist ein Feuer, das vor Kraft nur so strotzt. Durch die Wahl unterschiedlicher Materialien und Farben für die einzelnen Flammen gewinnt das Feuer auf unserem Antependium an Dynamik – eine Dynamik, wie sie der Geist von Pfingsten bei den Zeuginnen und Zeugen Jesu freisetzt.

In diesen Tagen bekommen wir in den Begegnungen mit den Sängerinnen und Sängern des Chores „Gospel River“ wieder einmal etwas von der Dynamik der Zeuginnen und Zeugen zu spüren, und heute – was ich ganz großartig finde – auch in der Begegnung mit den jungen Sängerinnen und Sängern unserer Weinheimer Grundschule. Hier können wir diese wunderbare und schöne Erfahrung machen, mit welcher Kraft es Gottes Geist durch die Musik vermag Menschen zu einer lebendigen Kirche zusammen zu führen: Schwarze und Weiße, Große und Kleine, Katholiken und Protestanten und Menschen ohne Konfession – allesamt eine Gemeinschaft von Zeuginnen und Zeugen der Liebe Gottes.

Möge Gottes heiliger Geist bewirken, dass das Feuer der Liebe Gottes auf eine jede und einen jeden von uns überspringt, damit wir eine Kirche der kraftvollen, selbstbewussten und fröhlichen Zeuginnen und Zeugen bleiben und werden.

Vous recrevez une puissance, celle du Saint-Esprit survenant sur vous, et vous serez mes témoins.“

Chers frères et sœurs, la force du Saint-Esprit n'est pas un souffle indifférent, n'est pas la flamme d'une chandelle qu'on met au-dessous une théière. C'est une force, une énérgie – power! Et pour cela les témoins de Jésus-Christ sont pareillement comme un feu et comme une flamme appuyant l'évangile – le message joyeux – le gospel!

Mme. Briga Thormann, qui est heuresement parmi nous, est l'artiste qui a manufacturé ce nouveau parament de chaire. Il nous montre un feu vigoureux, vraiement dynamique. D'exprimer cela l'artiste a utilisé les materiaux les plus différents pour chaque flamme.

Et en ces jours – comme tous les deux ans – nous apprenons de cette dynamique de la Pentecôte dans les rencontres musicales avec vous, chers choristes de la chorale „Gospel River“, que vous êtes vraiement devenus nos amis. Avec votre chants de gospel vous avez touché nos cœurs et – comme un moyen de Saint-Esprit – vous avez crée une communauté de noirs et blancs, petits et grands, catholiques et protestants, et ceux qui n'ont pas de confession chrétienne – tous ensemble une vraie communauté des témoines de l'amour de Dieu.

Que l'Éternel nous remplisse de son Saint-Esprit que nous devenons une église des témoins qui sont sûr de soi, puissants et joyeux.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserm Herrn.

Amen.

 

Que la grâce et la paix vous soient données de la part de Dieu notre Père et du Seigneur Jésus-Christ.

Amen.

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