„Licht der Diaspora"

Drucken

Besuch in der neuen Mainzer Synagoge

Im Rahmen unseres Gemeindeausfluges am 18. Oktober 2012 besuchten wir die neue Mainzer Synagoge. Nach mehreren Anläufen war es uns endlich geglückt, eine Führung durch das betont moderne Gemeindezentrum der Mainzer jüdischen Gemeinde verbindlich zu machen. Seit seiner Einweihung im Jahr 2010 lockt der eindrucksvolle Bau nach den Plänen des Baseler Architekten Manuel Herz Interessierte in großer Zahl in die Mainzer Neustadt. Die jüdische Gemeinde vermag es kaum, den Bedarf zu decken. Umso dankbarer waren wir, dass uns deren Vorsitzende, Frau Stelle Schindler-Siegreich, ebenso gastfreundlich wie kompetent durch die Räume führte und vom Leben ihrer Ge-meinde berichtete.

„Mainz ist eine der ältesten und traditionellsten jüdischen Gemeinden in Europa. Im Mittelalter war Mainz das Zentrum jüdischer Lehre und Religion. Das ist vor allem auf den großen Rabbiner Gerschon Ben Judah (960 bis 1040) zurückzuführen, dessen Lehren und Rechtsentscheidungen Auswirkung auf das gesamte Judentum in Europa hatten. Seine Weisheit war so groß, dass man ihm den Na-men [...] „Licht der Diaspora" gab. An diese Tradition knüpft das neue Gemeindezentrum in Mainz an. Die Körperhaftigkeit der hebräischen Schrift und deren architektonische Qualität bilden die Grundlage für den Entwurf, der durch Techniken des Schreibens geformt wird. Die neue Synagoge in Mainz ist ein Gebäude, das mit Mut und Sichtbarkeit einen wichtigen Ort in der Stadt markiert. Es will alle Bürger, Juden sowie Nicht-Juden, anziehen und an den religiösen und kulturellen Aktivitäten der Gemeinde teilhaben lassen." (aus: „Licht der Diaspo-ra", herausgegeben von der Jüdischen Gemeinde Mainz K. d. ö. R.)

Nach dem Mittagessen fuhr uns unser Busfahrer zum Botanischen Garten der Johannes- Gutenberg-Universität Mainz. Dort begrüßten uns die beiden Botaniker, Herr Dr. Hecker und Frau Dr. Bittkau, um uns einen Eindruck von der Pflanzenwelt der Bibel zu vermitteln. Das war zwar aufgrund der Jahreszeit nicht ganz einfach. In Bezug auf die Weinrebe (Johannes 15, 5) hatten wir Rheinhessen gewiss keinerlei Bildungsdefizite. Dagegen war es aber doch einmal interessant, einem Ölbaum (Römer 11, 17-24), Granatäpfeln (mit denen im alttestamentlichen Hohelied der Liebe die Brüste der Geliebten beschrie-ben werden), Weihrauch (Matthäus 2, 11) u. v. m. gegenüber zu stehen. Die Gastgeber kannten nicht nur die Bibelstellen zu den von ihnen vorgestellten Pflanzen, sondern wussten auch von deren Verwendung in der Antike Auskunft zu geben.

Mit einem „rheinhessischen Blumenstrauß", der, begleitet vom herzlichen Applaus der dankbaren Teilnehmer, an jeden unserer beiden Gastgeber im botanischen Garten überreicht wurde, ging ein eindrucksvoller, von den goldenen Strahlen der Oktobersonne veredelter Tag in Mainz zu ende.

Eric Bohn

Bildergalerie zum Gemeindeausflug

Copyright 2011. Joomla 1.7 templates. Copyright © 2013 Evangelische Pfarrei Offenheim - Kirchengemeinden Offenheim, Erbes-Büdesheim und Weinheim. Alle Rechte vorbehalten.