„Ichthys (= Fisch) trifft Luther“

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Jugend-Gottesdienst am Reformationstag mit Rhythmus und Sound

Ein Rap zu Ehren Martin Luthers, eine Spontan-Band und alles das begleitet vom satten Rhythmus der Cajóns, Rhythmusinstrumenten aus Südamerika, de- ren Entstehung in einem Rollenspiel dargestellt wur- de. Alles das hat eine Gruppe von 15 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren mit viel Einsatz und Kreativität vorbereitet und ausgeführt.

Im Rollenspiel wurden die historischen Wurzeln der Cajóns dargestellt: In vielen Hafenstädten Südamerikas pflegten die aus Afrika stammenden Sklaven die ihnen eigene Musiktradition: Ihren fröhlichen Gesang begleiteten sie mit Trom- meln. Das machte ihnen die harte Arbeit beim Stapeln von Kisten mit Fisch („Ichthys"!) ein wenig erträglicher. Doch die Mächtigen, die Fischreeder, hatten von der Musik und dem Gesang der Sklaven die Nase voll und nahmen ihnen kurzerhand ihre Trommeln ab. Dem Gesang fehlte damit jedoch die entschei- dende Note – was im Rollenspiel durch das von den Darstellern bewusst schräg und klagend intonierte Lied „Oh Maria" aus dem bekannten Kino-Film „Sister- Act" deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. Doch dann kam den Sklaven die zündende Idee: Ohne Fische und auf den Kopf gestellt kann man auf den Fisch- kisten wunderbar trommeln! Die Sklaven hatten ihren Rhythmus, ihre Musik wieder – und damit auch ein wenig Freiheit zurück bekommen.

Musik und Freiheit – entscheidende Stichworte auch für den Reformator Mar- tin Luther. Schließlich entdeckte er beim Studium der Bibel ganz andere, unge- wohnte Töne als die, die in der Kirche zu seiner Zeit angeschlagen wurden: Al- lein im Glauben, in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, und nicht durch die Vermittlung einer sich als Heilsinstitution begreifenden Kirche (Ablass, mora- lisch einwandfreie Taten, Leben im Kloster usw.) wird dem Christenmenschen die Liebe Gottes zuteil. Die Liebe Gottes kann man nicht kaufen, sich nicht ver- dienen. Sie wird uns von Gott geschenkt, weil Gott es so will. Auf diese befrei- ende Einsicht zielt nach Luther die frohe Botschaft des Evangeliums. Wer die befreiende Macht des Glaubens begreift, kann sich einfach nur freuen und be- geistert davon „singen (!) und sagen".

Aus gutem Grund spielte also die Musik eine ganz besondere Rolle im Jugend- Gottesdienst. Ganz frei und spontan hatten einige Jugendliche aus dem Team die Idee, eine Spontan-Band ins Leben zu rufen. Diese brachte dann den Song „Mighty to Save" der christlichen Popgruppe „Hillsong" zu Gehör, klangvoll un- terstützt vom Chor „Ichthys" unter Leitung von Josefine Klein. Der Chor, der so- mit auch auf Luther traf (siehe das Motto des Gottesdienstes!), wirkte noch an zahlreichen anderen Stellen mit, ganz unter den Vorzeichen seines 25jährigen Bestehens, das er in diesem Jahr begeht.

Einer der Höhepunkte des Gottesdienstes war zweifelsohne der „Luther-Rap" aus der Feder von Michelle und Renée Frick. Dabei zeigten die Geschwister Nicolás und Sebastian Himmelmann sowie David und Johannes Groß, dass sie das Zeug zum Rappen haben!

Hier ein paar Kostproben vom „Luther-Rap":

Luther war revolutionär, der Papst autoritär,

die Bibel nicht so gemeint und Deutschland nich' vereint.

Demos laufen nicht immer gut,

es gibt auch mal 'nen Flopp,

doch danach brauchst du neuen Mut, sonst wirst du gemobbt!

Auch Luther hatte Angst

sein Kopf stand niemals still,

er schaffte Tag und Nacht

un' hatte keine Zeit zum Chill'n.

Luther war revolutionär, ...

Musik war seine oberste Passion,

vielleicht nicht gerade die Rap-Bastion,

doch der wichtigste Teil liegt ja eh im Text,

deswegen ist es so wichtig, dass du die Bibel checkst! Was sagst du zu dieser Zeit?

Hast du ihn gekannt?

Den Mann mit diesem Glauben in jenem fremden Land?

Luther war revolutionär, ...

Hier die Bilder vom Cajón-Bau im Internet-Café Happy Day.

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