Berlin - Ein Sommermärchen

Drucken

BERLIN

Von Renèe und Michelle Frick

Die Jugendreise nach Berlin war dieses Jahr ein voller Erfolg. Schon die Anreise gab uns Einblicke in eine multikulturelle Gesellschaft, die uns noch sechs Tage in der Metropole begleiten sollte. Nach einer Busfahrt, gefolgt von einem unnötig langen Marsch mit Gepäck, konnten wir unser Quartier in einem Jugendgästehaus beziehen. Schon am Abend, direkt nach der Ankunft in unserer Herberge, machten wir eine Stadtrundfahrt in einem Reisebus, den wir ganz für uns hatten - inklusive Stadtführer mit einem besonderen Charakter, der irgendwo zwischen Eigenlob, weißen Schuhen und einem immensem Wissensreichtum zu liegen schien.

Die Rundfahrt entpuppt sich als eine Show von Monumenten und Gebäuden, die sich in manchen Strassen Seite an Seite standen, sodass man nicht wusste, ob man nun rechts oder links schauen sollte. Und das bis so spät in die Nacht, dass selbst unser charismatischer Stadtführer die Seiten vertauschte.hohenschoenhausen

Die nächsten Tage hieß es dann: um 6:45 Uhr aufstehen, Frühstück um 8:30 Uhr und dann erst mal anderthalb Kilometer laufen bis zur nächsten S-Bahnstation. Dabei gingen wir auch einen geteerten Fahrradweg entlang, der von einem undurchdringlichem Baum- und Buschwerk gerahmt war - und nachts unbeleuchtet. Das war es, was einem spätabendlichen Heimweg den besonderen Reiz gab, da keiner eine Taschenlampe dabei hatte, und ein Teil unserer Mädchen sehr schreckhaft war.

Oft standen auf der Tagesordnung Museen und Gedenkstätten. In kurzer Aufzählung einige Beispiele: Madame Tussauds, Story of Berlin, Gedenkstätte Hohenschönhausen, Gedenkstätte deutscher Widerstand. Außerdem haben wir die Arche, eine Einrichtung für die Versorgung, Bildung und soziale Kompetenz für Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen, besucht, welcher wir eine unserer Kollekten spenden möchten, da die Arche allein von Spenden lebt und keinerlei Zuschüsse erhält.

brandenburger torDer Bundestag war eine ganz besondere Station auf unserer Reise, da man endlich einmal hinter die Kulissen schauen konnte, und natürlich die geniale Aussicht über Berlin aus der Reichstagskuppel heraus genießen konnte. Auch machten wir einen abendlichen Ausflug an das Brandenburger Tor, dessen Bedeutung und Erscheinung uns sehr beeindruckt hatte. Das Berliner Nachtleben blieb uns auch nicht völlig vorenthalten. Ein weiterer Ausflug in das Berlin bei Nacht ließ einen Teil der Gruppe, der aufgebrochen war, um ein rockiges Café zu finden, am Hackeschen Markt stranden. Dort, in einer romantischen Atmosphäre, ließ man sich in einer gemütlichen Gemeinschaft von acht Personen nieder und studierte die Cocktailkarte ("safer sex on the beach", oder "Caipirinha ohne Caipirinha).

Natürlich ließen wir auch an diesem Abend allgemeinbildende Diskussionen nicht aus, schlugen die Richtung Biologie ein und philosophierten über die Aufgaben und Interessen von X-Chromosomen. Die Abreise unserer Gruppe war um vieles komfortabler wie die Anreise, denn wir hatten den Luxus, von drei Taxen zum Bahnhof gefahren zu werden, wo wir unseren ICE Richtung Heimat stiegen.

Abschließend ist zu erwähnen, dass sie Reise kulturell nichts ausließ und rundum informierend, aber leicht stressig war. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass jeder Teilnehmer nächstes Jahr, nach Paris, wieder mitfahren möchte.

Quelle: Gemeindebrief

Copyright 2011. Joomla 1.7 templates. Copyright © 2013 Evangelische Pfarrei Offenheim - Kirchengemeinden Offenheim, Erbes-Büdesheim und Weinheim. Alle Rechte vorbehalten.